Blended Learning in MIG-KOMM-EU

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Blended Learning in MIG-KOMM-EU
In unserem Projekt MIG-KOMM-EU bedeutet Blended Learning/bEducation ein maßgeschneider­tes, d.h. zielgruppenspezifisches, allgemein leicht zugängliches, hybrides, modular aufgebautes, handlungsorientiertes Lernarrangement mit task based learning, das die Vorteile des Selbstlernens (mit individueller Arbeit am PC sowie mit traditionellen Lehrmateria­lien, interaktivem Live-Unterricht, individuellem Online-Tutor und anderen Kursteilnehmern via E-Mail, Chat, Skype, Web. 2-Aktivitäten, Wikis am Arbeitsplatz oder im Homebereich) einerseits u. Präsensphasen mit face-to-face-Kommunikation in regionalen Lernzentren andererseits integ­riert.  In MIG-KOMM-EU geht es in erster Linie um die kommunikative berufs- und fachbezogene Entwicklung bzw. Weiterent­wicklung der Schlüsselkompetenz mehrsprachige interkulturelle Geschäftskommunikation und Zertifizie­rung für Europa, womit  insonderheit ein Beitrag zur lebenslangen Erwachsenenbildung sowie zur be­ruflichen Bildung zwecks Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit sowie zur europäischen Integration geleistet werden soll.
 
 
Schritte zur Entwicklung des Blended -Learning –Projekts
Schritt 1:
Wie für jedes andere Training werden Informationen über die Zielgruppe, den Umfang, die groben Inhalte und die Struktur der Organisation bzw. der Organisationen gesammelt. Auch die Rahmenbedingungen, die die Lernenden vorfinden, werden in dieser Phase ausgeforscht und festgehalten.

Schritt 2:
Die Lernziele werden exakt definiert und operationalisiert. Dabei werden folgende Fragen beantwortet:

  • Was genau sollen die TeilnehmerInnen nach der Qualifizierung können?
  • Wie viel Zeit wird dafür eingeplant bzw. benötigt?
  • Was ist der finanzielle Rahmen, in dem wir uns hier bewegen?
  • Sind die internen Strukturen und der Stellenwert von Weiterbildung so, dass Selbstlernen unterstützt wird?
  • Welche Anpassungen sind hier notwendig bzw. wünschenswert?

Schritt 3:
Auf der Basis der Strukturvorgaben und beauftragten Lernziele werden Inhaltsblöcke definiert und diese in Lernobjekte, also inhaltliche Untereinheiten, aufgeteilt. Dabei hat jedes Lernobjekt ein klares Lernziel und ist in sich abgeschlossen. Der Umfang dieser Lernobjekte hängt vom Inhalt ab, und das Ziel kann sowohl theoretisches Wissen als auch Handlungskompetenz sein.

Schritt 4:
Nach der Definition der Lernobjekte werden allen Lernobjekten Lernaktivitäten zugewiesen. Dabei wird definiert, welche Methoden und welche Aktivitäten sich zur Erreichung des Lernziels dieses Lernobjektes am besten eignen und wie eine ideale Unterstützung der Lernenden für dieses Thema aussieht.

Schritt 5:
Erarbeitung  einer Lerntransfer-Strategie. Dazu ist es notwendig, sich die Frage zu beantworten, was man vor, während und nach der Vermittlung eines jeden einzelnen Lernobjekts tun kann oder muss, um sicherzustellen, dass das Gelernte von den TeilnehmerInnen auch angewendet werden kann.
In welchen Bereichen seines Lebens wird der Teilnehmer das Gelernte einsetzen und wie soll dies ablaufen?

Schritt 6:
Entwickeln einer Evaluationsstrategie, um die Effektivität der Trainingsmaßnahme sicherzustellen.
Erst danach wird mit der Detailentwicklung begonnen. Eine Evaluation des Kursinhalts mit einer Testgruppe ist ein weiterer Evaluierungsschritt, der bei großen Projekten zur Anwendung kommt.
Die Evaluierungsstrategie sollte aber auch Antworten auf Fragen nach der Messbarkeit

  • der Trainingsergebnisse,
  • der Transferrate und
  • der Einarbeitung von TeilnehmerInnenfeedbacks geben.


Schritt 7:
Identifizierung und Katalogisierung von relevanten Unterlagen, vorhandenen Dokumenten und bereits existierenden Schulungsunterlagen.
In diesem Schritt werden für jedes der definierten Lernobjekte vorhandene Unterlagen, Dokumente, Konzepte und Ähnliches zusammengetragen und gesichtet. Damit wird sichergestellt, dass das Rad nicht zum zweiten oder dritten Mal erfunden wird.
Bei der Sammlung der Materialien werden sowohl traditionelle als auch elektronische Materialien berücksichtigt, die zu den Inhalten der Lernobjekte passen.
In diesem Schritt wird auch in externen Quellen, wie z. B. bei Content-Partnern und im Internet recherchiert und das Gefundene ausprobiert.

Schritt 8:
Organisation der Rechercheergebnisse. Alle gefundenen Unterlagen werden den Lernobjekten zugewiesen, für die sie in Frage kommen. Zu diesem Zeitpunkt wird noch nicht entschieden, welche Medien für welches Lernobjekt in der Umsetzung verwendet werden.
Ein weiterer Teil dieses Schrittes ist die Analyse, für welche Lernobjekte in dem aktuellen Projekt noch keine oder nur mangelhafte Unterlagen existieren.
Damit hat man eine klare Übersicht über den Prozentsatz an wiederverwertbarem Material, und auch der Bedarf für Neuentwicklungen ist klar ersichtlich.

Schritt 9:
Entscheidung über die Vermittlungsmethode. Erst an diesem Punkt wird entschieden, welche Lernobjekte bzw. welche Teile von Lernobjekten im traditionellen Setting vermittelt werden, welche als eContent zur Verfügung stehen werden und welche Inhalte sich am besten für die Bearbeitung in virtuellen oder realen Arbeitsgruppen eignen.

Schritt 10:
Definition des Entwicklungsaufwandes. Nachdem geklärt ist, welche Methoden und welche Medien wie eingesetzt werden sollen, wird auf der Basis der vorhandenen Materialien der Entwicklungsaufwand geschätzt und in Zahlen gefasst. Dieser Aufwand muss gegen das vorhandene Projektbudget geprüft werden. Gegebenenfalls müssen danach noch Abstriche gemacht werden, was die multimediale Ausarbeitung betrifft.

Schritt 11:
Entwicklung der notwendigen Unterlagen und eContents und Blending. In diesem Schritt werden nun die Unterlagen und eContents entwickelt und das gesamte Projekt in einen Rahmen gegossen. D.h., die unterschiedlichen vorhandenen Unterlagen und eContents werden miteinander in Zusammenhang gebracht. Es werden Ergänzungen vorgenommen bzw. eventuell Teile entfernt, um genau auf die Lernobjekte zu passen. Dabei wird vor allem auf die Abstimmung zwischen eContents und schriftlichen Unterlagen geachtet.
Auch wird ein TrainerInnen- und TutorInnenleitfaden entwickelt, in dem die Methoden und die Übergänge zwischen den Methoden beschrieben sind. Hier passiert auch die Entwicklung der auf diese Maßnahmen zugeschnittenen TeilnehmerInnen-Unterstützungsstruktur.

Schritt 12:
Endkontrolle des Blended-Learning-Trainings. Das gesamte Training, Konzept, Inhalte, Medien, Beispiele und Methoden werden von einem Team von FachexpertInnen begutachtet und auf ihre Durchgängigkeit und Logik überprüft. Gegebenenfalls werden noch vorzunehmende Änderungen gemacht. Danach wird das Trainingskonzept dem Auftraggeber präsentiert und zur Durchführung freigegeben.

Damit wird deutlich, dass die Planung und Konzeption solcher Blended-Learning-Maßnahmen über die Produktion etwa einer Anwendung mit mehr oder weniger multimedialen Bestandteilen und deren Einstellen auf einen Internet-Server hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die Lösung eines didaktischen Problems; die medialen Lernangebote sind als mögliche Elemente der Problemlösung zu betrachten und zu prüfen.

                                                                                                                        (nach: http://www.blended-learning-network.eu/network/de/12_schritte.php )
 
Weiterführende Links zum Thema Blended Learning
 
Publikationen
  • AM Sauter: Blended Learning. Effiziente Integration von E-Learning und Präsenztraining. Luchterhand (Hermann); Auflage: 2., überarb. u. erw. A. (Januar 2004)
  • H. Kröger: Blended Learning-Erfolgsfaktor Wissen. Bertelsmann, Bielefeld; Auflage: 1 (Juli 2004)
  • H. Loebe: Blended Learning für die betriebliche Praxis. Bertelsmann, Bielefeld; Auflage: 1 (März 2005)
  • A. Riegert: Blended Learning im Führungsverhaltenstraining. Hampp, Mering; Auflage: 1 (Juni 2006)
  • N. Högsdal: Blended Learning im Management-Training. Eul; Auflage: 1 (Mai 2004)
  • G. Reinmann: Blended Learning in der Lehrerbildung. Dustri; Auflage: 1 (Oktober 2005)
  • C. Wiepcke: Computergestützte Lernkonzepte und deren Evaluation in der Weiterbildung. Blended Learning zur Förderung von Gender Mainstreaming. Kovac, J; Auflage: 1 (Mai 2006)
  • M. Kerres: Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung. Oldenbourg; Auflage: 2., vollst. überarb. A. (Januar 2001)
  • J. Kaltenbaek: E-Learning und Blended-Learning in der betrieblichen Weiterbildung. Möglichkeiten und Grenzen aus Sicht von Mitarbeitern und Personalverantwortlichen in Unternehmen. Weißensee-Verlag; Auflage: 1 (September 2003)
  • Karrasch/Krautgartner/Prowaznik: E-Learning - Wunschtraum oder Realität? Infothek Wien, 2004 
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